Denkzeiten

Christa Wolf: Kassandra

Christa Wolf: Kassandra

Inhalt Kasandra ist die Geschichte der Königstochter und Seherin, die ihren eigenen Tod vorhersieht und ihm entgegen geht, mit dem Vorsatz, bis zum Schluss ihre Bewusstheit und Autonomie wahren zu wollen. Mit der Erzählung geh ich in den Tod. Hier ende ich, ohnmächtig, und nichts, nichts, was ich hätte tun oder lassen, wollen oder denken […]

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Aus dem Nest gefallen

Aus dem Nest gefallen

Wäre gern Vogel nest-warm geborgen statt nur sinnlos zu flattern scheinbar zum Auftritt erhoben – im Flug schon verloren ______________ Für die abc.etüden, Woche 25.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Karin und lauten: Vogelnest, sinnlos, Auftritt. Der Ursprungspost: HIER  

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Graham Swift: Ein Festtag (Rezension)

Graham Swift: Ein Festtag (Rezension)

Dichtung und Wahrheit Es war März 1924. Es war nicht Juni, aber es wr ein Tag wie im Juni. Es musste kurz nach zwölf Uhr mittags sein. Ein Fenster stand offen, und er ging unbekleidet durch das sonnendurchströmte Zimmer, sorglos, nackt; er wirkte wie ein Tier. Es war ja sein Zimmer. Jane, eine Waise, arbeitet […]

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F. W. Bernstein: Frische Gedichte (Rezension)

F. W. Bernstein: Frische Gedichte (Rezension)

Munter in die Welt gedichtet Morgenstund Wolkenballen, tonnenschwer, schweben himmelhoch. Nebelkrähen schreien heiser. Solln se doch. Nur bitte, wenn’s recht ist, etwas leiser. Wunderbar satirisch, mit Witz und Humor dichtet sich Bernstein im vorliegenden Gedichtband durch die Welt. Egal, ob es sich um Tiere, das alltägliche Leben, Politik oder Musik handelt, er findet die richtigen […]

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Limericks – mir war danach

Limericks – mir war danach

Ich stiess als Kind auf Limericks und fand die dann auch ach so toll. Nur: Limericks, die sind vorbei, da ist man heut so drüber weg. Das ist heut halt nicht mehr ganz hipp, man wächst ja auch – und sollte das!!! – so über sich hinaus – was sonst. Das nennt man dann laut […]

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Norbert Hummelt: Fegefeuer (Rezension)

Norbert Hummelt: Fegefeuer (Rezension)

Dem eigenen Leben auf der Spur Ich trug einmal die züge meines vaters, sie waren leicht zu tragen, ganz ohne gewicht; über die wiesen, bei den wasserspiegeln, im ersten frühling, an den hellen tagen. […] In seinem neusten Gedichtband ist Norbert Hummelt auf der Reise in seine eigene Vergangenheit. Er durchforstet seine Träume und verhaftet […]

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Ich und das Fernsehprogramm

Ich und das Fernsehprogramm

Da wollte ich mal eine Spielesendung im Schweizer Fernsehen schauen. Der Moderator redete wie ein Buch, ein Gassenhauer folgte dem anderen. Toni war der Gastspieler. Er sagte weniger. Plötzlich sagt doch der Moderator: Ich muss nun Distanz gewinnen, ich bin schliesslich der Gastgeber, der Moderator, der, der entscheidet. Ich sitze so da und denke mir […]

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Wie weiter?

Wie weiter?

Wo ich bin kann ich nicht bleiben. Was ich muss, will ich nicht tun. Was ich kann, muss ich noch finden, was ich darf lässt keine Wahl. Was ich will, muss ich noch werden. Was ich soll, erdrückt mich oft. Wer ich bin, wird einmal sterben. Was ich weiss, ist einzig das: Wo ich bin […]

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Lebenssupppe

Lebenssupppe

Wenn Tränen fliessen, sich ergiessen Bäche werden in der Wanne des Lebens, als Badesalz, das in die Wunden sich streut. Wenn man platt vom Leben gewalzt am Boden liegt und nur noch ein Wort im Sinn ist: flundernplatt. Ist doch oft das Leben der beste Lehrmeister gerade dann, wenn es ist, wie man es nicht […]

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Franz Hohler: Alt? (Rezension)

Franz Hohler: Alt? (Rezension)

Einsichten beim Älterwerden Täuscht du dich oder zittert manchmal die Hand ein bisschen wenn du den Suppenlöffel hältst? […] Nachdem Franz Hohler vor 30 Jahren seinen ersten Gedichtband veröffentlichte mit dem Titel Vierzig vorbei, wendet er sich nun – aus gegebenem Anlass wohl – dem Thema zu, welches in der Prosa-Literatur eher ein Tabu ist: […]

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#abcliteraturchallenge – Runde 2

#abcliteraturchallenge – Runde 2

Ich habe ja vor einiger Zeit auf Instagram eine #abcliteraturchallenge gemacht, daraus entstand dieser Artikel: HIER Gerade lief die zweite Runde aus, dieses waren die Bücher, die ich auswählte: A: Hannah Arendt: Denktagebücher Nirgendwo taucht man so tief in ihr Denken, in ihren Arbeitsprozess, in ihr Dichten auch ein wie hier. Und man lernt unglaublich […]

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Musik und das Leben

Musik und das Leben

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Der Ausspruch stammt von Nietzsche. Nun kann man sagen, das sei bloss ein irrer Philosoph gewesen, der am Schluss seinem Wahnsinn erlegen ist. Nur: Ich denke, er hat ganz viel ganz klar gesehen. Wohl zu klar. Mitunter kann man auch an der klaren Sicht, die anderen vernebelt ist, […]

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Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche

Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche

Ein Sittengemälde aus dem gebirgigen Westfalen Inhalt Friedrich Mergel startet alles andere als gut ins Leben: Der Vater ein Säufer, die Mutter – schön, stolz und fromm – ist nach dem Tod ihres Mannes mit allem überfordert und mausarm, so dass er schon früh die Härte des Lebens kennenlernt. Durch seinen Onkel wird er zudem […]

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Bittersüsses Leben

Bittersüsses Leben

Gefangen im dunklen Bunker der Ängste krebs’ ich zurück und decke mich zu. Was hier eingestürzt ist die längste Zeit, machte so müde, nun such ich nur Ruh. Träume vom Leben mit Farben und Sommer blüten, so süss und so fein. Es ist oft einfach Wunsch nur, ein frommer, und doch kann’s so ab und […]

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Hermann Hesse: Der Steppenwolf – ein Abgesang

Hermann Hesse: Der Steppenwolf – ein Abgesang

Ein Sonderling, gebildet, das Bürgertum verachtend, nicht davon loskommend. Er ist ach so leidend und analysiert sein Sein und sein Leiden am Sein. Über Seiten. Und er dreht im Kreis. Immer wieder definiert er sich. Als Wolf. Und er definiert seine Abneigung gegen das Bürgertum und konstatiert seine Anhänglichkeit an dasselbe. Und dann verzweifelt er […]

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Annette Droste-Hülshoff: Die Judenbuche (Rezension)

Annette Droste-Hülshoff: Die Judenbuche (Rezension)

Mörderjagd auf dem Dorfe Das zweite Jahr dieser unglücklichen Ehe ward mit einem Sohne – man kann nicht sagen – erfreut; denn Margareth soll sehr gewint haben, als man ihr das Kind reichte. Friedrich Mergel startet alles andere als gut ins Leben: Der Vater ein Säufer, die Mutter zwar herzensgut, nach dem Tod ihres Mannes […]

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